Andreaskirche mit Gemeindezentrum und Kindertagesstätte

Die nach dem Krieg errichtete "Anneröder Siedlung" gehörte längere Zeit als "Andreasbezirk" zur Luthergemeinde und wurde erst 1974 eine eigene Kirchengemeinde. Die Andreaskirche, ein moderner Zweckbau mit variablem Gestühl, wurde bereits 1967 am Eichendorffring eingeweiht. Zunächst wurde dem Zeitgeist entsprechend auf einen Glockenturm verzichtet. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums wurde ein Turm mit drei Glocken vor dem Gemeindehaus gebaut. Der gesamte Gebäudekomplex wird aufgrund zahlreicher Baumängel im Sommer 2026 abgerissen. Entstehen soll an gleicher Stelle ein Kinder- und Familienzentrum mit einem großen Mehrzweckraum, der von der Gesamtkirchengemeinde Gießen Ost auch für Gottesdienste und Veranstaltungen genutzt werden kann. 

Der Gebäudekomplex am Eichendorffring ist in die  Jahre gekommen. Zuletzt traten bedrohlich wirkende Setzrisse in den Mauern auf, weil der lehmhaltige Boden unter der Nachkriegssiedlung aufgrund der Trockenheit der letzten Jahre nachgegeben hat. Teile der Kita wurden in den Sommerferien 2023 gesperrt, bis ein Statiker Entwarnung gab. Innen wie außen wurden sogenannte Rissmarker angebracht, die weitere Veränderungen anzeigen.  Die Risse wandern nicht weiter, doch dringt auf Dauer Wasser in das Gemäuer und gefährdet das Gebäude.

Gutachten wurden eingeholt. Unausweichlich wäre eine Kernsanierung mit Befestigung des Baugrunds und der Fundamente. Dazu käme die Notwendigkeit einer energetischen Sanierung, die Schaffung sicherer barrierefreier Zugänge für Kinderwägen und für alte oder Rollstuhl fahrende Menschen, die notwendige Verlegung der Toiletten aus dem Keller ins Erdgeschoss, die Erneuerung der Elektroverkabelung in einem Großteil des Gebäudekomplexes und die Erneuerung der Zu- und Abwasserleitungen. Sanierungskosten würden zu jahrzehntelanger Verschuldung führen. Das alles ist nicht finanzierbar.


Die Mitgliederzahlen und die Finanzeinnahmen werden geringer. „Eine umfassende Sanierung hätte die Gesamtkirchengemeinde Gießen Ost auf Jahrzehnte verschuldet und sämtlichen Spielraum für Gemeindearbeit genommen“, so Kirchenvorsteher Volk.

Schon seit einigen Jahren hat der Kirchenvorstand darüber nachgedacht, was in der Zukunft wirklich gebraucht wird. „Nun schaffen wir einen Ort, an dem sich Familien im Gießener Osten gerne treffen werden und behalten zugleich einen Raum, an dem wir gemeinsam unseren Glauben leben und Gott feiern können“, so Volk.