Deutschkurse und mehr

Markus Aurand über das ökumenische Flüchtlingshilfe-Projekt in Gießen Ost

Deutschunterricht für Geflüchtete aus Somalia. // Foto: Gina Reichl
Deutschunterricht für Geflüchtete aus Somalia. // Foto: Gina Reichl

Mitte Oktober 2015 traf sich erstmals ein gemeinsamer Arbeitskreis von Andreas- und Luthergemeinde im Gemeindehaus am Eichendorffring, um über eine Zusammenarbeit beim Dekanatsjahresprojekt 2016 zum Thema “Diakonie” nachzudenken.

 

Der starke Zustrom von Geflüchteten nach Gießen und die offensichtliche Hilfsbedürftigkeit der Neuankömmlinge bewegte und bewegt die Menschen, nicht nur in Gießen Ost. Es gibt in den Gemeinden eine anhaltend große Anteilnahme und Hilfsbereitschaft.

 

 

Vor diesem Hintergrund und mit den Eindrücken von der Erntedank-Tafel der Gastfreundschaft vor Augen, die kurz zuvor, am 4. Oktober 2015 auf dem Freigelände der Flüchtlings-Gemeinschaftsunterkunft in der der Rödgener Straße stattgefunden hatte, wurde sich die Runde schnell darüber einig, dass es ein Projekt im Bereich der Flüchtlingshilfe werden sollte. Und in der weiteren Diskussion zeichnete sich bald die Idee, Deutschkurse für Flüchlinge anzubieten, als Projektziel ab.

 

Erntedankfest 2015: Gießener Kirchen und Geflüchtete feiern gemeinsam! // Foto: Hartmann
Erntedankfest 2015: Gießener Kirchen und Geflüchtete feiern gemeinsam! // Foto: Hartmann

Denn in Deutschkursen lernen die Flüchtlinge bereits mit den ersten einfachen Vokabeln, sich in einer fremden Umgebung besser zurecht finden, denn schon mit “ein paar Brocken” Deutsch lässt sich so manche  Alltagssituation besser bewältigen.

Sprachliche Verständigung erleichtert nicht nur den persönlichen Kontakt, sondern den Zugang zu Informationen aller Art. Bessere Sprachkenntnisse sind bei einem längeren oder dauerhaften Aufenthalt in Deutschland Grundlage für eine Integration in unsere Gesellschaft.

 

 

Geflüchtete willkommen! // Foto: Hartmann
Geflüchtete willkommen! // Foto: Hartmann

Es war bekannt, dass in der kath. Pfarrei St. Thomas Morus bereits Deutschkurse für Geflüchtete angeboten wurden. Eine Anfrage an die Thomas-Morus-Gemeinde, die der Verständigung und dem Informationsaustausch dienen sollte, traf dort jedoch sogleich auf begeisterte Kooperationsbereitschaft und die Antwort-Mail schloß mit einer Einladung an die Projektgruppe in die Grünberger Straße. So fand das nächste Treffen eines nun erweiterten Arbeitskreises in St. Thomas-Morus statt.

 

Seitdem ist das Flüchtlingshilfe-Projekt Gießen Ost ein ökumenisches Projekt!

 

Foto: Dieter Schütz // pixelio.de
Foto: Dieter Schütz // pixelio.de

Die gemeinschaftliche Planung von Andreas-, Luther- und St.-Thomas-Morus-Gemeinde fand einen produktiven und zügigen Fortgang. Die Gewinnung von Freiwilligen für den Sprachunterricht wurde geplant. Der Projektantrag wurde fristgerecht eingereicht.

 

Am 8. Dezember 2015 fand dann der erste Informationsabend für interessierte Ehrenamtliche zur Mitarbeit bei Deutschkursen für Flüchtlinge statt und war erfreulich gut besucht! Nicht nur von Interessierten, die gezielt Sprachunterricht geben wollten, wie sich während der Vorstellungsrunde und in der folgenden Diskussion herausstellte.

Beinah 30 Helferinnen und Helfer erklärten sich an diesem Abend zur Mitarbeit bereit, in ganz vielfältigen Bereichen der Flüchtlingshilfe! Neben Sprachunterricht bietet das Projekt daher nun auch Teeküche, Alltagsbegleitung, Kinderbetreuung, bürokratische Hilfe wie z. B. Schriftverkehr mit Behörden oder Schwimmunterricht an.

Einladung zur 2. Informations-Veranstaltung im Januar 2016
Einladung zur 2. Informations-Veranstaltung im Januar 2016

Zwischen den Jahren fand wiederum im Pfarrsaal der Thomas-Morus-Gemeinde ein improvisiertes weil kurzfristig zustandegekommenes Treffen mit 56 Asylbewerbern aus Somalia statt, die an den Deutschkursen des Flüchtlingsprojekt Gießen Ost interessierte waren. Als sich der Projekt-Arbeitskreis Anfang Januar erneut traf, gab es nicht nur die Lehrerliste vom ersten Infoabend, sondern auch eine Liste mit Sprachschülern.

Außerdem war der Antrag auf Gelder im Rahmen des Dekanatsjahresprojekts positiv beschieden und dem Projekt eine Zuwendung in Höhe von 4100 Euro gewährt worden. Das Vorhaben war nun also auch finanziell abgesichert.

 

So konnte am 19. Januar 2016, bei der zweiten Informationsveranstaltung, die dieses Mal im Gemeindehaus der ev. Luthergemeinde stattfand und so etwas wie der “Kick-off” für das Projekt war, dem Projektteam ein Kursplan vorgestellt werden, der drei Vormittags- und zwei Nachmittagstermine vorsieht:

An drei Vormittagen werden junge Männer unterrichtet, an zwei Nachmittagen Frauen mit Kindern. Für die Kinder wird es eine Betreuung geben, während ihre Mamas im Unterricht sind.

Es kommt sowohl ein konventionelles Lehrbuch zur Anwendung als auch ein gegenständliches Konzept, bei dem über ein thematisch sortiertes Konvolut von Dingen Sprachpraxis ermöglicht wird.

 

 

Das Flüchtlingsprojekt Gießen Ost startete mit den ersten Deutschkursen am 25. Januar 2016 in die aktive Phase.


Einladung zur Mitarbeit:

Impressionen aus dem Deutschkurs. // Foto: Heinl
Impressionen aus dem Deutschkurs. // Foto: Heinl

Wenn Sie Interesse an einer Mitarbeit im Bereich Flüchtlingshilfe haben, melden Sie sich bitte! Wir sind stets auf der Suche nach hilfsbereiten Freiwilligen und freuen uns über Ihre Beteiligung!

Für die Sprachkurse werden übrigens keinerlei pädagogische Vorkenntnisse benötigt. Oder vielleicht möchten Sie lieber in einem der anderen Arbeitsfelder im Projekt mitmachen.

 

Bei Interesse melden Sie sich bitte einfach bei einem der Ansprechpartner.